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w.white

Taptenkleister.

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Wohnort: Neustadt/Aisch

Beruf: Fachoberschüler

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17.07.2010, 20:42

Shad »Maybe I'm not big cause I don't blog or twitter … Dawg, I'm bitter!«

Kanadischer HipHop gerät langsam zum richtigen Exportschlager und das nicht nur in Richtung der Vereinigten Staaten. Auch in Deutschland kennt man mittlerweile Namen wie Eternia, Classified oder K-os. So manchem HipHop-Head wird sogar der Name Shad geläufig sein, hat er doch mit seinem zweiten Album "The Old Prince" aus dem Jahr 2007 einen echten Meilenstein gesetzt - das findet zumindest seine Fangemeinde. Auf die Frage, ob ihn das für sein neues Album "TSOL" einem gewissen Druck ausgesetzt hat, antwortet der MC nur cool: "Ich würde wohl mehr Druck fühlen wenn "The Old Prince" ein handfester Flop gewesen wäre! Viele Leute haben mir mitgeteilt, dass sie das Album richtig klasse finden und das nahm mir eigentlich eher den Druck und gab mir zu verstehen, dass ich nur ich selbst sein musste um ein weiteres, tolles Album hinzulegen". Und genau für diese Natürlichkeit lieben ihn seine Fans.



1982 erblickte Shadrach Kabango, so der Geburtsname des Künstlers, im ostafrikanischem Staat Ruanda das Licht der Welt. Shad spricht in seinen Songs viel über seine Herkunft, spricht Missstände an. "It's a part of history, part of my present. Meine Eltern leben wieder dort zusammen mit meinem kleinen Bruder", erklärt er uns. "Meine Heimat, Ruanda, macht seit 1994 extreme Fortschritte. Sozial, wirtschaftlich und sogar politisch. Das ist etwas großartiges wenn man bedenkt, was für Herausforderungen ein ärmlicher Staat wie Ruanda bietet". Eben jenes Jahr 1994 ist ein blutiges für das kleine Land direkt am Kivu-See - und ein ebenso verlustreiches für Shad selbst. Das Flugzeug des hiesigen Präsidenten Juvénal Habyarimana wird nahe der Hauptstadt Kigali abgeschossen, woraufhin es zu einem wahren Völkermord kommt. In knapp 4 Monaten Gewalt sterben zwischen 500.000 und 800.000 Menschen - ungefähr ein Sechstel der damaligen Bevölkerung. "Jeder Ruandaner hat in dieser Zeit Familie und/oder Freunde verloren", erklärt er uns "leider sind wir da auch keine Ausnahme". Wir ziehen uns zurück und lassen das Thema auf sich beruhen.

1994 nämlich befand sich Shad glücklicherweise nicht mehr im Land sondern war schon längst im kanadischen London beheimatet. Es sollte allerdings noch weitere 11 Jahre dauern, bis die HipHop-Szene das erste mal von dem schmächtigen Afrikaner hören sollte. Damals gewann er 17.500 Dollar bei einem Talentwettbewerb des regionalen Radios 91.5 The Beat. Geld, womit er sein erstes Album "When This is Over" finanzierte. Ohne Label im Rücken und dem knapp bemessenen Budget von 17.500 Dollar allerdings wurde das Album nicht wirklich über die Grenzen von Kanda hinaus bekannt. Dennoch konnte er jene die es hörten mit seiner hochpolitischen aber dennoch leichten Art begeistern. 2007 dann bekam er seinen ersten und bis dato einzigen Plattenvertrag beim kanadischen Indie-Label Black Box Music, worüber er im selben Jahr noch den oben angesprochenen "Meilenstein" "The Old Prince" veröffentlichte. Erste Awardnominierungen ließen auch nicht lange auf sich warten und von Seiten der Presse hagelte es nichts als Lob.

Wir schreiben also 2010, das nächste Kapitel in Shads noch immer jungen Karriere als Musiker. "TSOL", der legitime Nachfolger von "The Old Prince" erschien vor gerade einmal 5 Wochen, wir fragen uns: Was bedeutet "TSOL"? "For me it just sounds and feels right. TSOL kann für viele Dinge stehen - beispielsweise "Truth Shall Overcome Lies", "The Sound of Love" oder "The Stuff of Legends". Allerdings bedeutet es auch LOST von hinten. Ich mag es wenn die Bedeutung offen bleibt", der genaue Sinn des Titels also bleibt unklar. "Ich würde sagen das Album ist ähnlich wie meine früheren Arbeiten. Ich versuche nur etwas Positives und Sinnvolles zu machen. Hoffentlich ist es noch ein bisschen besser - ein bisschen dynamischer, prägnanter und tiefgründiger.", beschreibt Shad den Longplayer. Zum Abschluss sprechen wir mit dem MC noch darüber, was die Musik für ihn bedeutet und auf welche Werte er beim Musik machen setzt. "Ich denke, das Wichtigste ist die Absicht und die Seele dahinter. Ehrlich und mit wohlwollenden Absichten Musik machen - ich denke, wenn du als Künstler das in dir vereinen kannst, dann hast du das Zeug, dich stetig zu verbessern - musikalisch wie lyrisch. Mindestens genauso wichtig ist es ,dass die Leute den Geist, den du vermitteln möchtest, auch fühlen können. Wenn sie persönlich etwas daraus ziehen können, bin ich zufrieden".