Tobias vom 31.01.2010 23:51
Maureen Yancey
»I hear Dilla Music in the Air«

J. Dilla ist sicherlich einer der bedeutensten Musiker der vergangenen Dekade - doch heute haben wir den Einflussgebenden auf den schlussendlich einflussreichsten HipHop-Produzenten der letzten 10 Jahre im Gespräch: Maureen "Ma Dukes" Yancey, J. Dillas Mutter. Wir sprachen mit der Ur-Detroiterin über J. Dillas Entwicklung, die neu gegründete "J Dilla Foundation" und über den Streit um Dilla's Vermögen. Außerdem erfahren wir, welcher Dillas erster Song war, wer seine Vorbilder waren und welchen Einfluss er auf die, durchaus musikalische, Familie Yancey hatte. In diesem Sinne: Rest in Peace J. Dilla!

Ausgewählte Produktionen von J.Dilla
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Guten Tag Mrs. Yancey. Erst einmal danke für die Zusage zu diesem kleinen Interview. Sprechen wir kurz über die "J. Dilla Foundation". Können Sie uns kurz noch einmal erläutern, was denn die Mission und Aufgabe der Foundation ist?

Die Mission der "J. Dilla Foundation" ist es, Gruppen und Solo-Künstler jeden Genres - Vocal wie Instrumental - in ihrer Sache zu unterstützen. Dieser Support wird über Zuschüsse gegeben werden und außerdem wird es auch individuell angepasste Stipendien für Studenten der Musik geben - es geht eben um das finanzielle Unterstützen von Musikern. Des Weiteren werden wir Workshops anbieten mit Künstlern, die bereits ihr Können unter Beweis gestellt haben - sprich aktuell in der Musik bereits erfolgreiche Künstler.

Zuerst war ja angedacht, das Hauptaugenmerk der Foundation auf die Krankheit zu legen, an der Ihr Sohn unglücklicherweise auch verstorben ist - Lupus. Nun geht's aber dann doch eher um Musik, wie kam es zu diesem Schwerpunktwechsel?

Die Mission und Aufgabe der Organisation hat sich nicht von Lupus zur Kunst verschoben. Landes- und weltweit haben wir Mitglieder, die sich das ganze Jahr lang dem Kampf gegen Lupus annehmen, über die Allianz für Lupus-Forschung ebenso wie über die Organisation für Lupus-Forschung. Wir unterstützen durch Sponsorenläufe und indem wir in verschiedenen Städten versuchen, das Bewusstsein in der ganzen Musik Community zu erwecken. All diese Einnahmen gehen direkt in die Lupus-Forschung.

Ich hab gesehen, dass es einige Benefizkonzerte geben wird - was ist außerdem geplant? Eventuell Charity-Alben, Tapes & EPs oder ähnliches?

Es wird eine 12" und ein "Stussy" T-Shirt geben, welche man auf der StonesThrow-Website bestellen kann. Außerdem wird es bald noch eine "Dilla"-Uhr geben. Über alles weitere werde ich demnächst noch persönlich informieren. Es wird auf jeden Fall "Dilla"-Partys in den ganzen USA geben und vielleicht auch im Ausland - celebrating the life of a genious that wanted to spread love worldwide. Ansonsten sind wir für alle Ideen offen - da wird noch einiges passieren!

Wie werden die Einnahmen aus solchen Aktionen dann reinvestiert?

Also die Gewinne, die die Foundation macht, wandern im Herbst auf ein Konto, um von dort aus auf die einzelnen Gruppen und Künstler aufgeteilt zu werden. Wer welche Stipendien erhält werden dann die Gewinner des "Soundboards" der J. Dilla Foundation bestimmen und selektieren. Das "Soundboard" besteht aus Freunden und Familie der J. Dilla Foundation, zum Beispiel Madlib, Pete Rock, Q-Tip, Busta Rhymes und vielen mehr.

Mal die grundlegende Frage: Wie war J.Dilla als Kind und in seiner Entwicklung zum großen Musiker, der er später ja wurde?

Dilla war schon als kleiner Junge eines der bravsten und sprachgewandtesten Kinder, die man sich nur vorstellen kann. Er hat immer auf seine jüngere Schwester aufgepasst und sich in jeder Situation schützend vor sie gestellt - he was the most precious children I've ever seen. Ich habe etliche Jahre in der Kinderbetreuung gearbeitet und bin in Detroit nun schon seit 30 Jahren ehrenamtlich aktiv und in dieser Zeit habe ich noch kein Kind gesehen, das sich besser benommen hat als Dilla. It wasn't a fear of mis-behaving it was a choice. Dilla war auch sehr gebildet, schon in seinen jungen Jahren habe ich ihm nie bei den Schulaufgaben oder beim Lernen helfen müssen - nie. Bereits mit 2 Jahren hatte er schon gewisse Neigungen zur Musik und damals wollte er immer eine Sonnenbrille zusammen mit einem Mantel und einer Jacke tragen. Er spielte damals schon mit Platten. Er wollte nie Spielzeugautos oder -züge oder mit Bausteinen spielen oder andere, konventionelle Spielzeuge - nur Platten und etwas worauf er sie spielen konnte.