Lina vom 12.01.2010 13:52
Fashawn
»Sincere, poetic & raw«

Vor drei Monaten gab es erst wenige Menschen die Fashawn kannten - nach seinem Debüt-Album "Boy meets World" hat sich dieser Kreis aber drastisch vermehrt. Von einigen in die Hipster-Rap-Ecke gedrängt ist der junge MC aus Fresno frei von jeglichen Klischees und eingefahrenen Denkmustern und bildet mit dem Produzenten Exile die fast perfekte Symbiose zwischen Rap und Beat. Wir sprachen mit Fashawn über sein Leben in Fresno, seine Arbeit mit Exile, seinen Mentor Planet Asia, die neue Westcoast-Generation und vieles mehr.

Zur Diskussion im Forum

Hallo Fashawn, wie du dir denken kannst gibt es in Deutschland noch einige, wenige Leute die dich nicht kennen. Beschreib dich für diese Leute doch kurz in 3 Worten.

Sincere, poetic and raw.

Ende 2009 erschien dein Debüt-Album "Boy meets World". Was bedeutet das Album für dich und was kannst du über den Inhalt sowie das Cover erzählen?

Dieses Album bedeutet alles für mich. Es hat ja auch 21 Jahre gedauert, es zu machen. Es ist vor allem ein Trip durch mein ganzes Leben und all die Schritte die ich machen musste, um der Mensch zu werden, der ich nun bin. Es ist der Umriss meiner heutigen Welt. Auf dem Cover möchte ich der Zuhörerschaft die Möglichkeit geben, mit mir Erwachsen zu werden, deswegen wählte ich auch ein älteres Foto für das Cover, auf dem ich jünger bin - eben um das Album besser repräsentieren zu können.

Deine Absicht war es also, dein Leben auf diesem Album komplett zu erzählen? Denkst du dieses Ziel hast du mit "Boy Meets World" erreicht?


Ganz einfach: Ja.

Gehen wir einen Schritt zurück in deiner Geschichte: Wann hast du angefangen Rap Musik zu hören? Und wann kam der Entschluss: "Ja, ich werde Rapper"?

Angefangen, Rap zu hören habe ich 1994. Ich habe damals Künstler wie Snoop Dogg, Cypress Hill, Ice Cube gefeiert - das waren einfach die Giganten des Raps zu der Zeit. Das ging 5 Jahre - so bis 1999 - und dann hab ich mich entschlossen, auch mit der Musik zu beginnen und zu rappen.

Du bist in Fresno aufgewachsen - einer Stadt, die nicht gerade für eine riesige Hip Hop Scene bekannt ist. Wie viel Fresno steckt in dir und in deiner Musik?

Der Großteil des Albums, so vielleicht 90%, entstanden noch in Fresno. Die Themen und Geschichten die ich anspreche sind alle Erfahrungen aus meinem Leben in Fresno. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Meine Heimatstadt hatte einen größeren Einfluss auf meine Musik, als es die damalige Musik hatte.