Online HipHop Awards '09
»Die Ergebnisse «
Tobias vom 10.01.2010

2009 war sowohl für die Rapszene als auch für Rapspot ein aufregendes Jahr. Viel ist passiert, viel haben wir gemeinsam erlebt. Neben einem besonders spannenden Jahr ist aber auch ein ganzes Jahrzehnt voller Ereignisse zu Ende gegangen. Uns war es deshalb ein Bedürfnis, die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen – wir riefen die ersten Rapspot Online Hip Hop Awards ins Leben. Für uns, das Awardteam, war die Resonanz einfach überwältigend. Zahlreiche online-affine Hip Hopper fanden den Weg auf unsere Seite, um ihre Stimme abzugeben. In einigen Kategorien zeichneten sich von Anfang an klare Favoriten ab, in anderen blieben die Ergebnisse bis zum Schluss offen.



Eine der eher eindeutigen Kategorien war „Bester Rapper Deutschland“. Immerhin 15,3% der User entschieden sich hier für den selbstbetitelten King of Rap Kool Savas. Einen Platz auf dem Siegertreppchen konnte sich auch Samy Deluxe sichern, der auf Rang zwei landete. Noch deutlicher waren allerdings die Ergebnisse der Kategorie „Bester Rapper International“. Den Thron holte sich Eminem mit fast 30% aller Stimmen, und hing damit Masta Ace und Jay-Z, die auf den Plätzen zwei und drei landeten, problemlos ab. Generell schien es für Eminem ein gutes Jahr gewesen zu sein; Trotz Drogenproblemen ziert sein Name in vielen Kategorien die vordersten Ränge. So wurde sein Album „Relapse“ zum besten internationalen Longplayer gekührt. Darüber hinaus sicherte er sich hinter Jay-Z’s „Empire state of mind“ und Mos Def’s „Auditorium“ den dritten Platz des besten internationalen Tracks mit seiner Single „Beautiful“ und führt die Toplists der besten Lyrics international vor Masta Ace und KRS-One an. Auch in der Kategorie „Bester Flow international“ landete er auf Rang eins mit fast 32% aller Stimmen.

Von einem der erfolgreichsten Herren der Schöpfung werfen wir nun einen Blick in die Damenwelt. In der Kategorie „Beste Female MC National“ gab es ein Kopf an Kopf rennen zwischen der ehemaligen First-Lady des Labels Aggro Berlin und DER Rapperin von Kopfhörer Recordings. Das Match machte Fiva MC mit nur einer Stimme mehr als Kitty Kat. Weit abgeschlagen landete Cora E. auf dem dritten Platz, die im letzten Jahr nur auf einigen wenigen Gigs präsent war. Spannend bis zur letzten Minute war es auch bei den internationalen Kolleginnen. Dort konnte sich Jean Grae den ersten Platz sichern. Rang zwei eroberte Missy Elliott.

Hinter den Kulissen – in der Kategorie „Bester Produzent“ – sind die Ergebnisse dagegen zumindest auf internationaler Ebene wenig überraschend. An der Spitze findet man Alleskönner Dr. Dre, dem seine Fans offenbar trotz dauerhaftem Warten auf „Detox“ immer noch treu sind. Auf dem Siegertreppchen findet man außerdem die Beatbastler Timbaland und DJ Premier.



Besonders erfolgreich war in diesem Jahr auch eine Rapgruppe, die nicht so recht in das Schema der Hip Hop Kultur passen will. Die Rede ist von Den Orsons. Mit mehr als 31% aller Stimmen erreichten sie den ersten Platz als „Beste Gruppe national“ noch vor KIZ und Huss & Hodn. Sie lieferten mit „Ode an Soulja Boy (Turn my swag on)“ den besten Remix des Jahres und gleichzeitig den „sinnvollsten Song“, wobei auch Kaas solo dort gleich zwei Tracks auf Rang drei positionieren konnte. Darüber hinaus landeten sie auch noch an der Spitze der „Besten Live-Acts National“. Und als Aushängeschild von Chimperator verhalfen sie ihrem Label sicher auch, Selfmade und das bereits geschlossene Deluxe Records zu überrunden und sich Rang eins der Kategorie „Bestes Label national“ zu sichern. Auch solo waren die Jungs überaus erfolgreich. Mit Kaas’ Solodebüt „TAFKAAZ :D“ auf dem ersten Platz sowie Tuas „Grau“ auf Platz zwei bekommen gleich zwei Orsons eine Medaille für das „Beste Album Deutschland“ und konnten sich darüber hinaus auch noch Silber und Bronze für den „Besten Track National“ sichern. Diesen lieferte übrigens Samy Deluxe mit „Stumm“ ab. Auch Orson Maeckes konnte sich gegen die Konkurrenz behaupten und eroberte Platz eins für die „Besten Lyrics national“. Und in der Kategorie „Authentischster Rapper“ landete er auf Rang drei hinter Samy Deluxe und seinem Kollegen Kaas.

Die Kategorie „Schlechtester Rapper“ ist für die hier positionierten MCs alles andere als eine Ehrung. Deshalb dürfte Bushido wohl nicht sonderlich erfreut sein, wenn er hört, dass er mit knapp 23% der Stimmen den ersten Platz belegt. Ihm folgen Massiv und Fler. Auch für den „Sinnlosesten Song“ konnte sich Bushido dank dem Straßenkobra Track „Kennst du die Stars“ den Goldpokal holen.

Die insgesamt wenigsten Stimmen wurden in den Bereichen „Bester Breaker“ und „Bester Writer“ abgegeben. Als bester Graffitikünstler konnte sich Scotty76 behaupten. Der Alleskönner landete gleichzeitig auf Platz zwei der besten Breakdancer, direkt hinter den Flying Steps.
Als bester DJ wurde DJ Premier gekürt – für die meisten sicher keine große Überraschung. Spannender war es dagegen in der Kategorie „beste Kollabo“, in der Masta Ace & Edo G. nur knapp vor Kollegah & Farid Bang das Rennen machen konnten. Laut mehr als einem Viertel unserer User lieferte Samy Deluxe den besten Freestyle des Jahres. Mit Kay One und dem Retrogott beherrschen ausschließlich Deutschrapper die Spitze in dieser Kategorie.

Jedoch war die wohl spannendste aller Kategorien die des „Song des Jahrzehnts“. Lange Zeit war hier kaum ein Trend abzusehen und im Team liefen bereits die ersten wilden Spekulationen ab. Zum Schluss holte sich hier wieder Herr Deluxe die Krone mit seinem 2001er Track „Weck mich auf“. Rang zwei belegt der Gewinner des Tages, Eminem, mit „Lose yourself“. Auf dem dritten Platz befinden sich gleich zwei unvergessliche Songs: „Das Urteil“ von Kool Savas und „Hip Hop“ von Dead Prez erreichten die selbe Anzahl an Votes.

Zu guter letzt wollen wir uns den Medien der Hip Hop Szene widmen. Kaum eine Kategorie war bei unseren Awards so eindeutig wie das „Beste Printmagazin“: mit fast 72% der Stimmen konnte sich die Juice gegen die schwindende Konkurrenz behaupten – ein eindeutiger Wink mit dem Zaunpfahl, wie es um die Musikzeitschriften unserer Kultur bestellt ist. Dagegen gewinnen Blogs immer mehr an Bedeutung: hip-hop-aint-dead.blogspot.com wurde zum besten Blog des Jahres gewählt. Auf Platz zwei landete unser Blogparty-Kollege JDs-Rap-Blog. Genau wie Online-Blogs gibt es auch immer mehr Online Magazine, die sich der Hip Hop Kultur widmen. Deshalb freuen wir uns besonders, dass 40% von euch Rapspot.de auf den ersten Platz in dieser Kategorie gewählt haben! Wir sagen DANKE und freuen uns auf ein grandioses neues Jahr voller Ereignisse.

Hier findet ihr die Top 3 aller Kategorien, inklusive Donato von Kopfhörer Recordings der die Kategorie "Alben. Songs. Videos." präsentiert


Zur Diskusson im Forum